LEKTION AUS CORONA

Reflexion von Hannes Ramsebner, Traun

Diese Woche hörte ich von mehreren Personen, dass die Coronakrise der letzten Monate nicht nur eine Herausforderung, sondern auch Zeit zum Nachdenken bedeutete. In der Jugendarbeit ging es uns ähnlich. Die junge „digitale“ Generation zu vernetzen war oftmals schwieriger als gedacht und stellte uns vor so manche Herausforderung. Aber auch wir nutzten die Zeit zur Reflexion und den Dialog mit anderen Gruppen und konnten daraus lernen. Diese Lektionen möchte ich hier mit euch teilen!

Das Wichtigste gleich mal zu Beginn: Was in „normalen“ Zeiten schwierig läuft, wurde in der Krise schwieriger. Was sonst auch gut läuft, übersteht auch die Krise. Was meine ich damit?

Im Gespräch mit anderen Jugendleitern haben wir folgendes bemerkt: Jugendliche, die vor der Coronakrise Zweifel im Glauben hatten, wurden zu Zweifelmeistern. Jugendgruppen, die wenig verbindlich waren, hatten auch während den Ausgangsbeschränkungen wenig bis keinen Kontakt. Gott sei Dank gibt es auch Ausnahmen, aber immer wieder konnten wir diese Tendenz erkennen. Natürlich war es auch im positiven Sinne bemerkbar: Jugendgruppen, die vor der Krise gute Gemeinschaft, starke Freundschaften und tolle geistliche Inhalte pflegten, fanden auch während der Ausgangsbeschränkungen kreative Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben, sich mit Gottes Wort zu ermutigen und füreinander zu beten. Jugendliche, die vor der Krise stark im Glauben waren, konnten auch währenddessen im Vertrauen auf Gott ruhen und anderen davon erzählen.

 

 

 

Wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, dass es ein Privileg ist, sich in Jugendliche zu investieren. Die Frucht zeigt sich aber oft erst in Krisen. Solche Situationen haben das Potential, uns zu erschüttern und bedeuten auch für junge Gläubige oft ein großes Fragezeichen. Wie gehen sie damit um? Was machen ihre Schul- oder Arbeitskollegen? Zweifel und Misstrauen schleichen sich schnell ein. Sind sie dafür ausgerüstet? Die Kehrseite ist, dass Gottes Segen auch dann zu sehen ist, wenn Krisen zu Chancen werden. Jugendliche lernen Gott besser kennen und finden neues Vertrauen. Sie merken, dass ihr Fundament auch trägt und belastbar ist.

Ein letztes hat uns die Krise gelehrt: Gott hat alles in seiner Hand. Und darum wollen wir auch jetzt Gott um seinen Segen für die Jugendlichen bitten. Am Anfang dieses Jahres hatte ich ein Gespräch mit einer Jugendleiterin. Ein bisschen frustriert redeten wir über unsere Erfahrungen. „Betest du regelmäßig für die Jugendlichen?“, fragte ich sie. Wir ermutigten uns gegenseitig, jeden Tag der nächsten Woche für die Jugendlichen in unseren Gruppen zu beten. Gebet macht einen Unterschied! Auch gerade jetzt zu Pfingsten wollen wir uns daran erinnern, dass der Heilige Geist Herzen öffnet – es liegt in Gottes Hand. Damit ist er die richtige Adresse für unsere Anliegen. Ihm wollen wir unsere Jugendlichen anvertrauen, immer wieder, und an seinen Zusagen festhalten.

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